Männerheldin, die [ˈmɛnɐˈhɛldɪn]

Männerheldin, die [ˈmɛnɐˈhɛldɪn]

Wortart: Substantiv, feminin

Im Gegensatz zum Frauenheld ist die Männerheldin eine noch unbekannte Spezies. Schon der Begriff ‚Heldin‘ kommt nur holprig über die Lippen und wird – Überraschung! – auch von der Spracherkennungsfunktion unserer Handys ausdauernd ignoriert (Frauenheld verursacht keinerlei Probleme).
Tja, und jetzt sind hier also zwei Männerheldinnen unterwegs …
Da strömen die Assoziationen nur so durch die verzweigten Synapsen, schütten reichlich Hormone aus und spielen auf der Gefühlspartitur eine kleine Sinfonie. Je nach Moralisierungssozialisation landen diese Männerheldinnen dann in der einen oder anderen Schublade. Für einige mag dies jetzt eine Erleichterung sein, andere ringen vielleicht ein bisschen mit ihrer Enttäuschung:

Der Titel Männerheldinnen bedeutet nicht, dass wir vorhaben

ein Äquivalent zum Frauenheld zu werden

Nein, eher im Gegenteil. Auch wenn wir (manche) Männer wunderbar finden und es – ziemlich gut – aushalten, wenn diese eine ähnliche Begeisterung für uns hegen, ist die Intention des Blogtitels eine andere.
Wir schreiben uns die Wut von der Seele, die uns und viele andere Frauen immer wieder aufgrund der gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten erfasst. Die Wut, die wir manches Mal im Vergleich mit unserem Partner oder dem anderen Elternteil erleben und die dieser (leider und durchaus auch unverdient) gelegentlich zu spüren bekommt.
Dabei wissen wir, dass auch auf den Männern zahlreiche Erwartungslasten ruhen und die Rollenklischees trotz aller Reflexion gnadenlos unsere Beziehungen durchziehen.
Diese ganze Absurdität mit Humor betrachten, mit dem Willen das Kollektive vom Persönlichen zu trennen, sich gegenseitig zu verstehen und es sich leicht zu machen – das ist unsere Idee.

Gleichstellung statt Gleichmacherei

Wir lieben die Vielfalt und bestehen weder auf optischer noch auf sprachlicher Geschlechtsneutralität (nur für die, die das wollen). Wir sind nicht gleich. Keine/r/s/x. Zum Glück! Was wäre das auch langweilig…
Undogmatisch und jenseits von Anti-High-Heel-Feminismus (wir tragen manchmal selbst gerne welche) begeben wir uns auf die Suche nach Ansätzen, die den Weg zu wirklicher Chancengleichheit und (Entwicklungs-)Freiheit ebnen könnten.

Freiheit vom Druck äußerer Zuschreibungen

Was lösen jahrhundertealte Traditionen, Märchen, Filme, Musikvideos, Werbung, unsere Eltern und unsere eigene tiefe Sehnsucht geliebt zu werden, in uns aus? Seitdem wir Männerheldinnen mit diesem Thema umgehen, haben wir mit vielen Freunden und Bekannten spannende Gespräche geführt, haben Wut in konstruktive Energie gewandelt und viel miteinander und über uns geweint und gelacht.
Das wollen wir von nun an mit euch teilen. Wir freuen uns auf eure Erfahrungen, Erlebnisse, Meinungen und Rückmeldungen.

Carmen & Anja


2 Gedanken zu “Männerheldin, die [ˈmɛnɐˈhɛldɪn]

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