Eine Frau im Interview: Über den Genuss von Weiblichkeit

Eine Frau im Interview: Über den Genuss von Weiblichkeit

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Für mich hat das Frausein etwas Unberechenbares, Magisches und Geheimnisvolles an sich, was mich sehr fasziniert.

Nach der Gleichberechtigung war der erste Schritt für uns Frauen unsere männlichen Qualitäten zu entwickeln, uns zu behaupten und auf diese Weise Ziele zu erreichen. So ist  unser gesellschaftliches System trotz der großen Beteiligung von Frauen in Wirtschaft und Politik, immer noch funktionell-intellektuell ausgerichtet und dominiert vom Wettbewerbs-Gedanken. Auf System-Ebene sind wir noch nicht wirklich in den Genuss von Weiblichkeit gekommen ist – wovon letztendlich alle profitieren würden.

Die Chinesen wissen schon lange, dass es ein Gleichgewicht braucht zwischen Yin und Yang. Ebenso müssen aktive-männliche und passive-weibliche Qualitäten in Balance sein – in jedem Einzelnen, wie auch in unsere Gesellschaft.

Ich fühle mich als Frau verantwortlich, diese weiblichen Aspekte in mir zu kultivieren und auch nach außen hin zu leben, für mein eigenes inneres Gleichgewicht und auch für unsere kollektive Weiterentwicklung.

Ich finde das eine anspruchsvolle und schöne Aufgabe!

Ich denke, wenn wir beginnen nicht nur unsere männlichen Eigenschaften zu nutzen, um mit Leistung und Ellbogen einen guten Platz für uns zu ergattern, sondern wenn es uns gelingt, uns konsequent nach innen zu richten und aus dieser Verbundenheit heraus zu handeln und diese Qualitäten einzubringen, können wir Frauen wertvolle Pionierarbeit leisten und unser ganzes System kann wieder zu seiner natürlichen Balance finden.

Intuition ergänzt den Intellekt

Schönheit ergänzt Funktionalität

Chaotisch-kreatives Denken ergänzt das Lineare

Die Fähigkeit zu Empfangen ergänzt die Aktivität

Kooperation und Verbindung statt Konkurrenz und Macht

Die Ausrichtung nach innen balanciert das äußere Tun

Natürlich sind diese Eigenschaften nicht so einseitig verteilt.

Wie jeder weiß, haben Frauen auch männliche Eigenschaften und Männer auch weibliche. So wie das Ying im Yang enthalten ist und umgekehrt. Es geht nicht um Schwarz-Weiß, sondern um Tendenzen und die Verkörperung von Qualitäten. Männern tut es auch gut sich rückzuverbinden – z.B. durch Meditation. Die Aufmerksamkeit und Unterstützung der Männer wird diesen individuellen und kollektiven Prozess in jedem Fall enorm beschleunigen.

Genau diese spannenden Herausforderungen für Frauen in der heutigen Zeit, empfinde ich gleichzeitig auch als das Schwierigste am Frausein:

Wertschätzung und Anerkennung zu finden als Frau und Mutter, eine finanzielle Basis für mich und meine Kinder zu schaffen, ohne mich völlig zu verausgaben, Zeit für mich und die Kinder zu finden, meine Vision zu verwirklich, etwas zu bewegen – ohne Ellebogen, Kampf und Überanstrengung.

Aber ich beginne mehr und mehr zu verstehen, dass ich kein Opfer der Umstände bin, dass  nicht das System Schuld ist und mich an einem freien und glücklichen Leben hindert. Wir Frauen haben unseren Wert selbst noch nicht gefunden. Wir selbst sind es die den Männern nacheifern und uns beweisen wollen. Auf verschiedene Weise verleugnen wir täglich unsere wahren Werte und unsere tiefere Natur.

Wie die weisen Mystiker sagen: Die äußere Realität spiegelt unsere innere Realität wieder. Für manche sieht die Realität bereits anders aus. Manche leben und erfahren bereits das Neue.

Frieden beginnt nicht im Außen sondern im Innen.


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